
Die Fachbereiche des Spezialunterrichts
Heilpädagogik
Die ambulant tätigen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen beraten Kinder und Jugendliche, Lehrpersonen und Eltern in schwierigen Schulsituationen (z.B. bei komplexen Lernstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Einschulungsproblemen, fraglichen Entwicklungsrückständen, Integration, Mobbing usw.). Sie helfen bei der Erfassung von Kindern mit speziellen Bedürfnissen und planen eine integrative und Ressourcen orientierte Förderung. Je nach Problematik (z.B. Gewalt, Mobbing) helfen die Heilpädagoginnen und Heilpädagogen mit bei der Planung, Durchführung, und Evaluation von Unterrichtsprojekten.
Logopädie
Sprache ist für den Menschen von zentraler Bedeutung. Mit ihrer Hilfe kann er sich ausdrücken und verständigen. Eine sprachliche Beeinträchtigung betrifft immer den ganzen Menschen und dessen Umwelt. Sie kann sich auf die psychische und soziale Befindlichkeit, sowie auf die Intelligenz, Entwicklung und Lernfähigkeit nachteilig auswirken. Die logopädische Therapie beinhaltet die Abklärung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Auffälligkeiten in folgenden Bereichen: Sprachentwicklung, Sprachverständnis, Wortschatz, Satzbau, Aussprache, Redefluss, Stimme, Sprechfreude, Kommunikationsverhalten und Schriftspracherwerb.
Psychomotorik - Therapie
Ebenso wie die Sprache sind auch Wahrnehmung und Bewegung für die Entwicklung des Menschen von zentraler Bedeutung. Sie sind bei der Bildung der Lernvoraussetzungen und Lernfähigkeiten massgeblich beteiligt. Psychomotorik - Therapie bietet Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Auffälligkeiten im Bewegungs - und Wahrnehmungsempfinden. Schwierigkeiten können sich im ganzen Körper (Grobmotorik), bei Tätigkeiten mit den Händen (Feinmotorik) oder beim Erlernen der Schrift (Grafomotorik) zeigen. Möglicherweise zeigt das Kind Auffälligkeiten im sozial - emotionalen Bereich, wie ängstliches, unruhiges oder aggressives Verhalten. Einzeln oder in der Kleingruppe verbessert das Kind in der Therapie motorische Fertigkeiten, erweitert sein Bewegungsrepertoire und sein Selbstvertrauen und lernt einen angemessenen Umgang mit seinen Schwierigkeiten. Die Kleingruppe bietet den Kindern auch ein soziales Lernfeld.
Stufenmodell zur Behandlung von Lernstörungen
Stufe 1: Förderung in der Kindergarten- oder Schulklasse
Die Lehrperson erkennt die Lernstörung Sie fängt die Lernstörung mit individualisierendem Unterricht auf. Die Basisfunktionen werden gezielt gefördert.
Stufe 2: Mithilfe der Eltern
Anleitung der Eltern oder weiteren Personen zum Fördern der Kinder ausserhalb des Kindergartens oder der Schule.
Sufe 3: Beizug der Lehrpersonen für den Spezialunterricht
Beratung und Beurteilung durch die Lehrpersonen für den Spezialunterricht Kurzinterventionen
Stufe 4: Mit Zustimmung der Eltern Anmeldung zur Abklärung bei einer Fachinstanz
Erziehungsberatung Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Kinderärztinnen/-ärzte
Anmeldung
Die Anmeldung geschieht durch die Lehrpersonen, die Erziehungsberatung und Kinderärztinnen / -ärzte immer in Absprache mit den Eltern oder teilweise direkt durch die Eltern. Die Anmeldung erfolgt schriftlich mit dem entsprechenden Anmeldeformular.
Betreuung
Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Klassenlehrpersonen, den Lehrpersonen für den Spezialunterricht und den Eltern. Während der Dauer einer Begleitung arbeiten sie gemeinsam an den Entwicklungsthemen des Kindes und des Jugendlichen. Die Probleme werden möglichst früh erkannt und angegangen. Das Selbstvertrauen der Betroffenen wird gestärkt und sie werden nach ihren Fähigkeiten gefördert. Im Rahmen der Unterstützungs- und Beratungsarbeit wird nötigenfalls zu ergänzenden Massnahmen angeregt.
Abklärung, Förderung und Organisation erfolgen in Absprache mit den Lehrpersonen des Spezialunterrichtes, den Regellehrpersonen und den Eltern. Gegenseitiges Vertrauen unterstützt die Zusammenarbeit. Informationen werden nicht nach aussen getragen.
Die Kinder und Jugendliche werden im Spezialunterricht im Klassenverband, in Kleingruppen oder Einzeln begleitet. Abklärung und Förderung finden in der Regel im Stammschulhaus der Kinder und Jugendlichen oder in den Räumen des Ambulatoriums im Schulhaus Seeplatz in Oberhofen statt. Er findet in der Regel während des regulären Unterrichts statt.
Der Spezialunterricht ist ein schulisches Angebot und für die Eltern kostenlos. Bei allen Interventionsformen bleibt die Hauptverantwortung für die Kinder und die Jugendlichen bei den Klassenlehrpersonen. 
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